Großartige Szenerie

„Die Soldaten“ von Bernd Alois Zimmermann

Premiere in der Felsenreitschule, Salzburg
am 20. August 2012

Endlich wieder eine Regie (Alvis Hermanis), die durchwegs bejubelt wird. Alleine schon die Bühnenszenerie verdient den ungeteilten Zuspruch. Die Felsenreitschule wurde in ihrer gesamten Breite genutzt und sogar weitere Arkadenbögen unter den bereits vorhandenen eingezogen, allerdings unter Glas. Das war wohl auch vonnöten, um die 7 Norikapferde, welche die meiste Zeit im aktiven Einsatz sind, von der lautstarken Musik nervlich nicht zu überfordern. Es tut sich viel auf Haupt- und Nebenbühne, so dass Augen sowie natürlich Ohren stets herausgefordert sind.

Die Musik von Bernd Alois Zimmermann ist mehr als Klangorgie zu definieren. Das große Orchester genügt hier nicht, es werden zusätzlich Combos beschäftigt, um den Rausch der Klänge eindringlich zu präsentieren. Die Wiener Philharmoniker können hier beweisen, dass nicht nur die Wiener Klassik ihre Domäne ist, sondern sie genauso gut mit neuen Klängen umgehen können. Dirigent Ingo Metzmacher ist ein Mann mit viel Übersicht und rhythmischer Begabung, der die als schier nicht bewältigbar erscheinende Komposition schließlich doch ganz im Griff hat. Die Sänger meistern unfassbar schwierige Passagen, hierbei sind Laura Aikin als Marie, ebenso Gabriela Benackova als Gräfin und Tomasz Konieczny als Stolzius, Alfred Muff als Maries Vater herausragend.

Es ist ein Stück, das ergreift und wird wohl aus diesem Grunde als Jahrhundertoper bezeichnet. Die Eindringlichkeit darin erinnert oftmals an „Wozzeck“. Dass mit Alvis Hermanis ein so großartiger Regisseur zum Zuge kam, ist der Intendanz zu danken. Nach dieser phänomenalen Arbeit wünscht man sich möglichst bald ein weiteres von ihm inszeniertes Werk zu sehen.

Den rauschenden Erfolg bezeugt der euphorische Jubel des Publikums.

21. August 2011
Eleonore Moser